FAQ

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Antworten auf häufig gestellte Fragen

FAQ - Häufig gestellte Fragen rund um die Themen Flucht und Asyl

 

Quelle: http://www.willkommen-uh.de/faq-erstaufnahme/

 

Wieso gibt es derzeit so viele Flüchtlinge?

 

Gründe und Konfliktherde gibt es weltweit viele: In Syrien und dem Irak verbreitet das Terrornetzwerk IS Angst und Schrecken, in Afghanistan die Taliban, in Somalia herrscht seit 10 Jahren Bürgerkrieg, in Eritrea wird das Volk unterdrückt. In den vergangenen Monaten haben auch viele Menschen ihre Heimat verlassen, weil ihnen die wirtschaftliche Situation dort ausweglos erschien. Dies betrifft viele afrikanische Länder, aber auch aus dem Westbalkan, etwa dem Kosovo und Albanien.
Es sind weltweit – innerhalb oder außerhalb ihres Landes – fast 60 Millionen Menschen auf der Flucht – so viele wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Das hat natürlich Auswirkungen auf die Flüchtlingszahlen in Europa.
In der Regel haben Flüchtlinge keine legale Möglichkeit, nach Europa zu gelangen. Sie bekommen kein Visum und dürfen nicht einreisen. Darum begeben sie sich häufig in die Hände von Schleppern.

 

Wer hat ein Recht auf Asyl?

 

Als Flüchtling oder Asylberechtigte werden Personen anerkannt, die in ihrem Herkunftsland durch den Staat politisch verfolgt werden (Art. 16 GG).  Als Flüchtling anerkannt wird nach der Genfer Flüchtlingskonvention, wessen Leben oder Freiheit in seinem Herkunftsland wegen Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder politischen Überzeugung bedroht ist.
Wer als Flüchtling oder Asylbewerber_in anerkannt ist, darf sich für drei Jahre in Deutschland aufhalten. Danach kann er einen unbefristeten Aufenthaltstitel bekommen, wenn sich die Lage in seinem Herkunftsland nicht geändert hat.

 

Wie werden die Flüchtlinge innerhalb Deutschlands verteilt?

 

Die Asylsuchenden werden in Deutschland nach dem sogenannten „Königsteiner Schlüssel“ auf die Bundesländer verteilt. Dieser Faktor bezieht in seiner Gewichtung zu zwei Dritteln die Steuerkraft und zu einem Drittel die Einwohnerzahl der Bundesländer ein. Dies führt dazu, dass beispielsweise das einwohnerstärkste Bundesland Nordrhein-Westfalen (17,84 Mio. Einwohner_innen) 21,2 Prozent aller Asylsuchenden aufnimmt, während auf Thüringen (2,18 Mio. Einwohner_innen) lediglich 2,75 Prozent der Asylsuchenden verteilt werden. Entsprechend dieser aktuellen Prognose des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) für das Jahr 2015 ist in Thüringen mit zirka 11.000 Menschen zu rechnen, die hier einen Asylantrag stellen. Erste Anlaufstelle in Thüringen sind die entsprechenden Erstaufnahmestellen bzw. Erstaufnahmeeinrichtungen (EAE).

 

Was ist eine Erstaufnahmeeinrichtung?

 

Asylsuchende werden in Thüringen, wie in allen Bundesländern, grundsätzlich zunächst in einer Erstaufnahmeeinrichtung des Landes untergebracht. Diese Unterbringung erfolgt für maximal drei Monate. In der Regel erhalten die Flüchtlinge in dieser Zeit vom BAMF die Gelegenheit, ihren Asylantrag zu stellen und in einem ausführlichen Gespräch zu begründen, warum sie aus ihrem Heimatland geflüchtet sind und in der Bundesrepublik Deutschland um Schutz bitten. Dieses Gespräch findet für Flüchtlinge in Thüringen in Hermsdorf statt.

 

Wie lange bleiben die Menschen in Erstaufnahmeeinrichtungen?

 

Spätestens nach drei Monaten werden die Flüchtlinge, über deren Asylantrag noch nicht entschieden ist, einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt in Thüringen zur Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften für Asylbewerber_innen oder in Wohnungen zugewiesen. In einigen Fällen ist die Anerkennung als Flüchtling bereits vor dieser Frist erfolgt. Die betreffenden Personen verlassen entsprechend früher die Einrichtung.

 
Wie wird die Versorgung der Flüchtlinge in der Erstaufnahmeeinrichtung gewährleistet?

 

Hilfeleistungen bekommen Asylbegehrende nach dem Asylbewerberleistungsgesetz nur dann, wenn sie ihren täglichen Lebensunterhalt nicht selbst bestreiten können. In der Erstaufnahmeeinrichtung wird in erster Linie das physische Existenzminimum gesichert: Essen und Trinken werden durch eine vom Land beauftragte Großküche sichergestellt. Darüber hinaus sorgt das Land auch für die Bereitstellung von Bekleidung und die grundlegende Möblierung der Einrichtung. Zudem verfügen Erwachsene über ein Taschengeld von maximal 143 Euro im Monat. Kinder erhalten je nach Alter entsprechend weniger. Über dieses Geld können die Bewohner_innen der Einrichtung frei verfügen, etwa um Nahrungsmittel und andere Waren des täglichen Bedarfs nach ihren Gepflogenheiten in den für sie erreichbaren Geschäften zu erwerben.

 

Wie werden die Flüchtlinge in der Erstaufnahmeeinrichtung betreut?

 

Während der Zeit in den Erstaufnahmeeinrichtungen erfolgt eine grundlegende medizinische Erstuntersuchung und bei Bedarf die erforderlichen Impfungen. Die soziale und medizinische Betreuung wird in der Regel durch Personal von Dienstleistungsfirmen beziehungsweise Wohlfahrtsverbänden im Auftrag der Landesregierung durchgeführt.
Darüber hinaus sollen die Gegebenheiten vor Ort genutzt werden, um ausreichend Möglichkeiten der Betätigung und des sozialen Austauschs sowie Sprachunterricht zu schaffen.  Schulen und Kitas vor Ort werden nicht beansprucht.

 

Welche Rechte und Pflichten haben Flüchtlinge vor Ort?

 

Die Einhaltung der Gesetze der Bundesrepublik Deutschland wird auch in Erstaufnahmeeinrichtungen vorausgesetzt. Rechtsverstöße werden geahndet und können sich negativ auf den Asylantrag auswirken. Umgekehrt genießen Asylbewerber_innen den Schutz des Staates.
Die Bewohner_innen einer Erstaufnahmeeinrichtung sind grundsätzlich dazu verpflichtet, Tätigkeiten für ihre Selbstversorgung zu erledigen, etwa die Reinigung der Wäsche oder der von ihnen genutzten Räume. Die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ist ihnen ebenso wenig gestattet wie das Verlassen der Kommune ohne behördliche Notwendigkeit.
Für die Kinder in der Erstaufnahme besteht noch keine Schulpflicht, diese setzt erst nach der Zeit in der Erstaufnahmeeinrichtung ein.

 

Wie wird die Sicherheit vor Ort gewährleistet?

 

Die Statistiken der Landespolizeiinspektion belegen, dass eine Landeserstaufnahmeeinrichtung keinen negativen Effekt auf die Entwicklung der Kriminalitätsrate vor Ort hat. Die soziale Betreuung und die Beschäftigungsmöglichkeiten vor Ort helfen den Bewohner_innen, die Tagesabläufe in der Erstaufnahme zu strukturieren. Zudem wirken geschulte Sozialbetreuer_innen darauf hin, möglichen – aus der Unterbringung auf engem Raum resultierenden – Konflikten bereits in ihrem Entstehen entgegen zu wirken.

 

Wie können Sie Flüchtlingen in Mühlhausen helfen?

 

Wer in Mühlhausen helfen möchte, kann sich an das DRK Mühlhausen unter (03601) 81 01 10 oder unter info@kv-muehlhausen.drk.de wenden. Bei Sachspenden (Kleidung, Spielzeug, usw.) ist es wichtig, vorher nachzufragen, was konkret benötigt wird, da die Lagermöglichkeiten begrenzt sind.

 

Spendenkonto für Flüchtlingshilfe im Unstrut-Hainich-Kreis:
“Mensch helfen Menschen”
Spendenkonto Nr.: 7765
Sparkasse Unstrut-Hainich
Kontoinhaber: DRK KV Mühlhausen e.V.
BLZ: 820 560 60
IBAN : DE66 8205 6060 0000 0077 65
BIC: HELADEF1MUE


Weitere informationen unter:
www.willkommen-uh.de
www.facebook.com/willkommenimuhk

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